Schulschlussfeier 2020

„Wir sind sehr, sehr froh, dass wir trotz der gegebenen Umstände eine Zensurfeier für euch durchführen können“, zeigte sich Schulleiter René Grabe zu Beginn erleichtert. „Ihr habt sie euch redlich verdient.“ Er sei dankbar, wenn sich alle an das Schutzkonzept und die damit verbundenen Abstandregeln halten. Es werde Freude aber auch Wehmut aufkommen in der nächsten Stunde, prophezeite er richtig. Schliesslich gehört zum Schulabschluss oft ein lachendes und ein weinendes Auge _ Glücksgefühle und etwas Melancholie sind einfach Teil davon.

Kurz und rhythmisch stimmte Schlagzeuger Tim Schneider die Anwesenden in der Halle musikalisch auf die Feier ein, die Corona-konform durchgeführt wurde. In Familien begab man sich zum Einlass, und wurde einer Nummer zugeteilt. So sassen die Familien _ pro Schüler waren maximal drei Begleitpersonen erlaubt _ in kleinen Einheiten mit genügend Abstand zusammen. Wer als Einzelbesucher unangemeldet vorbeischaute, musste sich in eine Liste eintragen. Ebenso anwesend waren Pius Sutter, der das Präsidium der Schulpflege inne hat, und Gemeindeammann Patrick Gosteli.

Tim Schneider
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Bei seiner Eingangsrede erklärte Grabe, dass er sich reiflich überlegt habe, was er an diesem Abend sagen könne. „Soll ich erzählen, dass 7.30 Uhr als Unterrichtsbeginn nicht für alle so klar war, dass Vorkorrigieren eine neue Unterrichtsmethode ist, dass die Sek der Real im Turnen regelmässig unterlegen war, dass beim Abschreiben Fehler gemacht wurden, dass _ kaum gab es Essen _ die ganze Klasse da war?“ Nein, das sei viel zu negativ.

„Soll ich lieber davon erzählen, wie erwachsen ihr in diesen drei Jahren geworden seid, dass ihr einen guten Klassenzusammenhalt hattet, dass es das beste türkische Essen gab, dass ihr sehr humorvoll wart und dass ihr immer für eure Rechte und Wünsche gekämpft habt?“ Auch das wolle er nicht, erklärte Grabe, sondern er bedankte sich im Namen der gesamten Lehrerschaft bei den Schülerinnen und Schülern.

„Ihr wart eine grosse Bereicherung _ auch für die Lehrpersonen. Mit jeder Klasse lernt man etwas Neues dazu. Wenn man denkt, man hat alles schon erlebt, kommt eine neue Klasse daher.“ Sie sollen unbedingt daran denken, wo sie herkommen und sich in schwierigen Situationen nicht unterkriegen lassen. „Geht einfach euren Weg. Es folgt die nächste Etappe eures Lebens, macht das Beste daraus.“

Super Zusammenhalt

Die Verabschiedung der 3. Sek geschah durch ihre Klassenlehrerin Cornelia Uebersax. In einem Video wurden die drei vergangenen Jahre rekapituliert. In Zeiten des Mobilstelefons bleibt zum Beispiel heimliches Essen im Unterricht für die Ewigkeit festgehalten oder aber auch die schöne Überraschung zum Geburtstag der Klassenlehrerin. Sie meinte ganz gerührt: „Danke für die schöne Zeit. Es war eine besondere Klasse mit tollem Zusammenhalt.“ Und dies, obwohl nur noch zwölf Jugendliche aus der Ausgangskonstellation dabei waren. „Zusammenhalt ist so wichtig, denn nur so konnte jeder sich selber sein. Authentizität bedarf Mut. Diesen Mut braucht ihr auch in Zukunft. Bleibt offen für Neues, lebt mit einem offenen Herzen.“

Die Jugendlichen erklärten im Anschluss selber, was sie nach der Schule machen werden und bedankten sich anschliessend bei allen Lehrpersonen. „Wir haben nicht nur schulische Sachen gelernt, sondern viel Gutes für das Leben.“ Besonders die Verdankung von Klassenlehrerin Uebersax ging ans Herz: „Sie standen immer hinter uns, setzten sich für uns ein, hatten Verständnis, waren enorm hilfsbereit. Sie werden einen speziellen Platz in unseren Herzen haben.“ Als Spezialeffekt wurde ein Plakat mit einem Bild der gesamten Klasse ausgerollt.

Wechselseitige Anerkennung

„Nun verlasst ihr die Schule und geht ins Leben“, eröffnete der Klassenlehrer der 3. Real, Thomas Rüttimann, seine Verabschiedung. „Normal ist, dass man hier über die Abschlussreise spricht; normal ist kein Lockdown; normal ist, dass man mit dem gesamten Stoff durchkommt.“ Die Klasse habe im letzten Jahr sicher einiges erlebt, was nicht normal sei. Aber gerade das werde die Jugendlichen stärken. „Geht raus ins Leben, macht eure Lehren fertig, lebt ein gutes Leben und bleibt eurem Motto treu“, wünschte er seinen Schützlingen. „Es macht euch stark, dass ihr das durchgebissen habt.“ Er werde sie mit Sicherheit nicht vergessen.

 „Es waren drei schöne Jahre, sie waren auch anstrengend. Wir waren nicht immer Engel, doch sie haben immer an uns geglaubt. Sie haben uns nicht aufgegeben, als wir uns selber aufgegeben haben.“ Er sei quasi eine Art Tages-Papi gewesen. Auf der Bühne wurde gelacht, deutlich spürbar war die gegenseitige Wertschätzung. „Sie haben uns viel beigebracht, auch fürs Leben.“ Als Geschenk erhielt er eine Kaffeemaschine, denn „wir haben ihre kaputt gemacht.“ Auch die 3. Real zeigte ein Video mit Eindrücken der letzten drei gemeinsam verbrachten Jahre.

Schöner Schluss

Nicola Ristic von der 3. Sek verzauberte am Klavier nicht nur die Gäste, sondern auch seine Mitschüler _ und so zückte manch einer das Handy, um den besondern Moment auf Video festzuhalten. Tim Schneider sorgte mit seinem musikalischen Ausklag dann gar für kurze Tanzeinlagen bei den Austretenden. Grabe erklärte beim Abschied, dass auf jede Klasse ein ihren jeweiligen Zimmern noch eine kleine Überraschung warte _ die Freude war allseits gross.

Nikola Ristic

von Anders Noren.

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